Sprache der Verdinglichung

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von Tomasz Konicz

Sprache der Verdinglichung

Was für ein kometenhafter Aufstieg für ein erst kürzlich erfundenes Adjektiv! Vor wenigen Jahren war das Retortenwort „postfaktisch“ de facto unbekannt. Der deutschen Öffentlichkeit wurde es erst im Herbst dieses Jahres von Kanzlerin Angel Merkel nahe gebracht, als sie in Reaktion auf die Wahlen in Berlin von „postfaktischen Zeiten“ sprach, wie die FAZ erläuterte1.

Kurz darauf wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) „postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016[2]. Damit schlossen sich die deutschen Sprachforscher der Entscheidung ihrer englischsprachigen Kollegen von den Oxford Dictionaries an, die kurz zuvor die englische Entsprechung „post truth“ zum Word of the Year 2016 wählten. Entstanden ist das Wort erst im März 2016, als sich die Harvard-Historikerin Jill Lepore Gedanken[3] machte über den aktuellen Aufstieg des Rechtspopulismus, dessen Anhängerschaft bekanntlich ein eher lockeres Verhältnis zu Fakten pflegt.

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Manifest gegen die Arbeit: Vierte Druckauflage erschienen

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Auch zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen erfährt das Manifest gegen die Arbeit auf allen Publikationskanälen und in den verschiedensten Sprachen weiterhin ungebrochenen – und in letzter Zeit sogar wieder wachsenden – Zuspruch. Und da es trotz seiner freien Zugänglichkeit im Internet immer noch eine rege Nachfrage nach der gedruckten Fassung gibt, haben wir uns zur Veröffentlichung einer vierten Auflage entschlossen. Weil sich jedoch seit der Erstveröffentlichung im Jahr 1999 nicht nur die gesellschaftliche Situation verändert hat, sondern auch wir, die Gruppe Krisis, unser theoretisches Instrumentarium geschärft haben, ist diese Ausgabe mit einem ausführlichen Nachwort ergänzt worden, in dem wir einige Punkte aus dem Manifest in gewisser Weise aktualisieren und präzisieren.

Anti-Bilanztheorie

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WELTSENSATION AUS ÖSTERREICH - BILANZEN MATHEMATISCH WIDERLEGT:

Bilanzen sind mathematisch gesprochen "unvollständige Funktionen", da Unternehmen über ein "verborgenes Gedächtnis" verfügen, wie Angebote, Finanzpläne, Budgets etc., welche NICHT dem Kapitalmarkt publiziert werden, sehr wohl aber das Entscheidungsverhalten der Vorstände beeinflussen. Widerlegt ist die Behauptung Bilanzen würden für den Leser (den "Bilanzadressaten") sinnvolle Informationen beinhalten. Der Leser kann zwischen der Bilanz und der Vorjahresbilanz ein und desselben Unternehmens weder Kausalität erkennen noch daraus Prognosen ableiten. Die Widerlegung beruht auf dem Gedankenmodell der "nicht-trivialen Maschine" von Heinz von Foerster. Bei nicht-trivialen Maschinen kann von außen keine Kausalität erkannt und es können keine Prognosen erstellt werden!

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