100 Staaten einigen sich auf Streubomben-Verbot

Diese tödlichen Waffen öffnen sich in der Luft und können viele kleine Sprengsätze über ein weites Gebiet
verteilen. Da diese oftmals nicht sofort detonieren, bleiben sie als
Landminen liegen. Die Teilnehmer der internationalen Tagung stimmten dem
Entwurf für ein Abkommen zu, dass diese Waffen verbietet.

Nach dem Entwurf verpflichtet sich jeder Unterzeichnerstaat, die Anwendung
von Streumunition ebenso zu unterlassen, wie deren Entwicklung, Weitergabe,
Lagerung oder sonstige Verwendung. Innerhalb von acht Jahren sollen diese
gefährlichen Waffen aus den Arsenalen der Streitkräfte, auch der Bundeswehr,
verschwinden. Der vereinbarte Text für die Anti-Streubomben-Konvention
bedarf noch des endgültigen grünen Lichts der beteiligten Regierungen.
Ausnahmen auf Druck der USA

Die Konvention soll im Dezember in Oslo unterzeichnet werden. Weltweit
gesehen dürfte sie aber nur begrenzt Konsequenzen haben. Denn die
wichtigsten Produzenten und Anwender von Streubomben - die USA, Israel,
China, Russland, Indien und Pakistan - nahmen an der Konferenz in Dublin
nicht teil und wollen der Konvention bis auf weiteres auch nicht beitreten.
Zudem wurden in den Text der Anti-Streubomben-Konvention - auf Druck der USA
und anderer Länder - Ausnahmen eingebaut.

Stichwort: Streubomben:
Streubomben bestehen aus größeren Geschossen oder Bomben, die viele kleine
Sprengsätze enthalten. Diese sogenannten Bomblets oder Submunitionen werden
über das Zielgebiet verteilt und explodieren dort.

Problematisch ist die hohe Blindgängerrate vor allem bei älteren Typen: Bis
zu 40 Prozent der Bomblets explodieren beim Aufschlag nicht. Die Blindgänger
stellen auch nach den Kampfhandlungen eine große Gefahr dar, da sie schon
bei Annäherung explodieren können. Vor allem Kinder werden immer wieder
durch nicht explodierte Bomblets verletzt oder getötet.

Moderne Munition dieses Typs ist mit Selbstzerstörungsmechanismen
ausgerüstet, die die Munition nach einer bestimmten Zeit entschärft oder zur
Explosion bringt. Streubomben werden gegen Fahrzeuge, Panzer und Personen
eingesetzt.


Der britische Premierminister Gordon Brown begrüßte die Einigung in Dublin
und sprach von einem "großen Schritt vorwärts, auf einem Weg, der die Welt
sicherer macht". Die Verhandlungen waren langwierig. Möglich wurde der
Durchbruch nach Angaben von Diplomaten vor allem dadurch, dass eine der
Hauptforderungen der USA, die offiziell gar nicht an der Konferenz beteiligt
waren, akzeptiert wurde. Unterstützt wurden die USA dabei von Nato-Ländern,
darunter Deutschland. Die Ausnahmeregelung erlaubt es auch jenen Staaten,
die der Anti-Streubomben-Konvention beitreten, Truppen für gemeinsame
Militäreinsätze mit den USA und anderen Ländern zu stellen, die
Streumunition nach wie vor anwenden.
Jedes Jahr bis zu 20.000 Opfer

Seit dem Beginn des Einsatzes von Streuminition wurden laut Schätzungen der
Hilfsorganisation medico international etwa 100.000 Menschen durch diese
Waffenart getötet. Jedes Jahr kommen nach Schätzungen von
Behindertenorganisationen zwischen 15.000 und 20.000 Menschen durch
herumliegende Streubomben oder Minen zu Schaden. Streuwaffen wurden unter
anderem im Irak-Krieg, im Libanon-Krieg, in Laos und in Afghanistan
eingesetzt. Militärs verweisen darauf, dass dem Gegner mit Streubomben ohne
den Einsatz von Bodentruppen großer Schaden zugefügt werden kann.

http://www.tagesschau.de/ausland/streubomben10.html


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