Offener Brief @Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg

Arbeitskreis der
Oranienburg, den 19. Januar 2012
Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus  VVN-BdA Logo
in Berlin und Brandenburg
Der Vorsitzende
Prof. Dr. Günter Morsch
c/o Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz 3
16515 Oranienburg
sekretariat (at) stiftung-bg.de
03301/810912


Offener Brief

An den
Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg
Herrn Matthias Platzeck
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam
An den
Regierenden Bürgermeister von Berlin
- Senatskanzlei -
Herrn Klaus Wowereit
Jüdenstr. 1
10178 Berlin


Betr.: Einführung eines Europäischen Gedenktages für die „Opfer aller
totalitärer und autoritärer Regime“ am 23. August


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Regierender
Bürgermeister,
auf einer Sondersitzung des Arbeitskreises der Berlin-Brandenburgischen
Gedenkstätten am 13. Januar 2012 haben die Mitglieder aus Opfer- und
Interessenverbänden sowie den Gedenkstätten für die NS-Opfer in beiden
Bundesländern gemeinsam mit den Vertretern des Zentralrats der Juden in
Deutschland sowie des American Jewish Committee über den auf Beschlüssen
des Europaparlaments beruhenden Vorschlag debattiert, in allen Ländern einen
einheitlichen Tag des Gedenkens für die „Opfer aller autoritärer und totalitärer
Regime“ einzuführen. Dieser soll jährlich am 23. August aus Anlass der
Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes 1939 begangen werden. Dieser
Vorschlag wird u. a. von mehreren Regierungen, Institutionen und
Gedenkstätten für Opfer kommunistischer Verfolgung in Europa unterstützt,
die zu diesem Zweck eine „Platform of European Memory and Conscience“
gegründet haben.
Wir, die Mitglieder des Arbeitskreises, lehnen diesen Vorschlag in enger
Abstimmung mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem American
Jewish Committee einhellig und entschieden ab. Wir bitten die beiden
Landesregierungen von Berlin und Brandenburg, diesen Initiativen zur
Einführung dieses Gedenkstages sowohl in den beiden Bundesländern als auch
auf nationaler und europäischer Ebene nicht zu folgen, sondern sie abzulehnen
und ihnen zu widersprechen.
Wir verweisen dabei vor allem auf das diesem Schreiben beigefügte
„Vermächtnis“ der Präsidenten der Vereinigungen der Überlebenden von
Holocaust und Konzentrationslagern, das diese am 27. Januar 2009 dem
Präsidenten des Deutschen Bundestages sowie dem Bundespräsidenten
übergeben haben. Außerdem verweisen wir auf einen in der gleichen
Angelegenheit an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie an die
Mitglieder EU-Kommission gerichteten Brief der Präsidenten, den die
Überlebenden am 11. November 2011 in Brüssel persönlich der
Stellvertretenden Kommissionspräsidentin, Frau Viviane Reding, übergeben
haben. Auch diesen Brief fügen wir Ihnen in der Anlage bei.
Wir teilen die von den Holocaust- und KZ-Überlebenden in bewegenden
Worten formulierte Sorge und schließen uns ihrer Ablehnung des geplanten
Gedenktages an:
•Die von den Initiatoren des Gedenktages angestrebte Gleichheit im
Gedenken an die „Opfer aller autoritärer und totalitärer Regime“ führt zu
unhistorischen Gleichsetzungen und Relativierungen.
•Die Einführung dieses Gedenktages wird daher nicht zu Versöhnung und
einvernehmlichem Dialog zwischen Opfern, ihren Angehörigen,
verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Staaten beitragen, sondern er
vertieft Gegensätze, reißt alte Wunden wieder auf und führt zu neuen
Auseinandersetzungen und Konfrontationen.
•Selbstverständlich erkennen auch wir nicht nur das Leid der Millionen
Opfer kommunistischen Terrors an, sondern unterstützen das Bestreben,
einen international einheitlichen Gedenktag für sie einzuführen. Ob sich
das Datum des 23. August dazu eignet, das mögen weniger Regierungen
und Parlamente als vor allem diejenigen beurteilen, die nicht nur in der
Zeit der Geltung des Hitler-Stalin-Paktes, also zwischen 1939 und 1941,
sondern spätestens seit der Oktoberrevolution 1917 bis zur friedlichen
Revolution in Europa 1989/90 unter den kommunistischen Diktaturen
gelitten haben.
Wir sind betroffen, dass die Stimmen der Überlebenden des NS-Terrors
offenbar kaum noch gehört werden. Wir sind bestürzt und beschämt über die
Bitterkeit, die viele Opfer nationalsozialistischer Verfolgung deshalb
ausgerechnet in einer Zeit empfinden, in der wir von einem allmählichen Ende
der Zeitzeugenschaft sprechen müssen. Demnächst wird in Deutschland und in
vielen anderen Staaten erneut am Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ
Auschwitz der Opfer der Nationalsozialisten gedacht. Die
Gedenkveranstaltungen am 27. Januar sind eine gute Gelegenheit, um dem
„Vermächtnis“ der letzten Überlebenden von Holocaust und NS-Terror Gehör
zu verschaffen und uns ihrem Appell anzuschließen, wo es u. a. heißt:
„Anstatt unsere Ideale für Demokratie, Frieden Toleranz, Selbstbestimmung und
Menschenrechte durchzusetzen, wird Geschichte nicht selten benutzt, um
zwischen Menschen, Gruppen und Völkern Zwietracht zu säen. Wir wenden uns
dagegen, dass Schuld gegeneinander aufgerechnet, Erfahrungen von Leid
hierarchisiert, Opfer miteinander in Konkurrenz gebracht und historische
Phasen miteinander vermischt werden.“
Diesen Wünschen, Warnungen und Forderungen der Überlebenden stimmen
wir, die Mitglieder des Arbeitskreises der Berlin-Brandenburgischen
Gedenkstätten, vorbehaltlos zu. Wir wünschen uns, dass auch Sie, sehr
geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Regierender
Bürgermeister, in diesem Sinne das „Vermächtnis“ der Präsidenten der
Überlebenden von Holocaust und KZ-Terror weitertragen.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Prof. Dr. Günter Morsch
Dem Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten in Berlin-Brandenburg gehören
folgende Einrichtungen, sowie Opfer- und Interessenverbände an:
Aktives Museum
Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
____________________________________________________________________________
Anne-Frank-Zentrum
____________________________________________________________________________
Berlin-Schöneweide
____________________________________________________________________________
Bonhoefer-Haus
____________________________________________________________________________
Bund der Verfolgten des Naziregimes e. V.
____________________________________________________________________________
Canisius-Kollegs (CK) und der Jesuiten-Kommunität
____________________________________________________________________________
Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
____________________________________________________________________________
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
____________________________________________________________________________
Erinnerungs- und Begegnungsstätte
____________________________________________________________________________
Gedenkstätte Brandenburg Havel
____________________________________________________________________________
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
____________________________________________________________________________
Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933
____________________________________________________________________________
Gedenk-und Bildungsstätte
____________________________________________________________________________
Haus der Wannsee-Konferenz
____________________________________________________________________________
Heimatmuseum Köpenick
____________________________________________________________________________
Jüdische Gemeinde zu Berlin
____________________________________________________________________________
Jüdisches Museum Berlin
____________________________________________________________________________
Karmel Regina Martyrum
____________________________________________________________________________
Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin Brandenburg e.V.
____________________________________________________________________________
Landeszentrale für politsche Bildung
____________________________________________________________________________
Lesben- und Schwulen Verband Berlin-Brandenburg
____________________________________________________________________________
LISUM Berlin-Brandenburg
____________________________________________________________________________
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
____________________________________________________________________________
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
____________________________________________________________________________
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
____________________________________________________________________________
Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
____________________________________________________________________________
Stiftung Topographie des Terrors
____________________________________________________________________________
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
____________________________________________________________________________
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
____________________________________________________________________________
VVN-BdA e.V.
____________________________________________________________________________
Zentrum für Zeithistorische Forschung
____________________________________________________________________________

 

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Schockierende Zeugenaussagen vom griechischen Polizeirevier Drapetsona

By anarchoTroll on 28.04.2013, 12:55. Comments (0)

" Aber wenn der Staat letztendlich schmerzunempfindlich ist, dann ist es so, weil wir, die wir den Staat bilden, unmenschlich sind." (Externer Link)

Here are Homeland Security’s Top 5 Priorities for Suspicious Activity Reporting This Season

By anarchoTroll on 03.03.2013, 17:02. Comments (0)

Threats to religious or cultural facilities including “verbal ortelephonic threats of violence” or “property damage, including vandalism or arson”.


Suspicious activities or incidents associated with state, local, tribal, territorial, or private sector computer networks and Web sites including “denial of service (DoS) attacks against Web sites”, “web page defacement” and “suspicious e-mails that install malware on the network”.


Suspicious activities or incidents associated with mass gatherings, and special events including “breaches or attempted intrusions at event locations or related venues”, suspicious “inquiries about security protocols for events or VIPs” and “incidents of suspicious acquisition of explosiveprecursor materials”.


Suspicious activities, queries, theft, sabotage, tampering, or vandalism within the transportation sector—including mass transit, aviation, maritime, ground and surface, rail, and pipeline systems including “unusual questions about routes, capacities, peak travel time, training, and security”.


Efforts to artfully conceal improvised explosive devices in innocuous items, such as satchels, backpacks, suitcases, jars, bottles, cans, shoes, clothing, parcels, or toys including “unsolicited or unusual parcels delivered from unfamiliar overseas addresses noting the identification of the sender and recipient and whether the recipient has reported multiple suspicious parcels in recent weeks or months.

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