Samstag, August 22, 2015

IMI-Kongress 2015: Militärische Landschaften: Diskurse – Räume - Strategien Datum: 14./15. November 2015

friedenshetzer.jpg IMI-Kongress 2015:
Militärische Landschaften: Diskurse – Räume - Strategien
Datum: 14./15. November 2015 (Auftaktveranstaltung am Freitag)
Ort: Schlatterhaus, Österbergstr. 2, 72072 Tübingen

Militärische Landschaften sind mehr als Truppenübungsplätze oder Kasernengelände. Der IMI-Kongress versucht dieses „Mehr“ in den Blick zu nehmen. Zum einen mit dem abstrakten Blick auf die Mechanismen wie „neue“ Feindbilder und Raumkonstruktionen etabliert und wie die dadurch geschaffenen Denkrahmen durchbrochen werden können. Zum anderen, wie in konkreten und damit bearbeitbaren Räumen Orte für Widerstand entstehen können. Militärisches Denken und Handeln bringt „Räume“ hervor und belegt diese mit eindimensionalen Lösungsstrategien. Im Bereich der Konzeption solcher „Räume“ erleben wir, wie Feindbilder geschaffen werden und sich langsam aber kontinuierlich in der Psyche festsetzen. Feindbilder werden immer öfter dazu verwendet, politische und soziale Konflikte zu beurteilen und zwischen einem „Wir“ und „den Anderen“ zu unterscheiden. Dies ist dann ein Baustein, der sowohl
die Angst vor „den Anderen“ schürt wie auch einer (kolonialen) Überheblichkeit Vorschub leistet und in der Bereitschaft mündet, weltweit für die Durchsetzung eigener Interessen in Konflikte (präferiert militärisch) einzugreifen. Wie kann ein solidarisches voneinander Lernen mit Menschen aus besetzten Räumen aussehen? Wie kann sich mit militärischen Räumen auseinandergesetzt und diese neu definiert werden?

Militärische Räume brauchen konkrete Fixpunkte, um als solche erkannt und bearbeitet zu werden. Anhand von Armeestandorten als genuin militärische Orte sowie an Orten mit kriegswichtiger Industrie soll beurteilt werden, wie diese
ihr Umfeld beeinflussen. Es wird in den Fokus gerückt, wie in ihrem unmittelbaren Umfeld Fragen der „lokalen“ Verantwortung beantwortet werden können. An den konkreten Orten soll Widerstandspraxis analysiert und diskutiert
werden, um übertragbare Erfahrungen sichtbar zu machen. Welches sind für die antimilitaristische Bewegung zukünftige praktikable oder konstruktive Protestformen?

Freitag: Michael Schulze von Glaßer: Virtuelle Landschaften / (N.n.) Fiktive
Militärübungsländer (Ort: Wohnprojekt Schellingstr. 6, Hausbar)

Samstag: Gedankliche Räume – Einstellungen und Strategien

12 Uhr – Begrüßung, inhaltliche Einleitung

12.30-14.30 Uhr Räume im Kopf?:
– Feindbilder in unseren Köpfen – Konstruktion und Wirkung (Klaus Jürgen Bruder)
– Konflikt-Komplizinnen? Wissenschaft und kognitive Militarisierung (Claudia Brunner)

15-17 Uhr Kritischer Blick auf Geopolitik: Raumkonstruktion und Machtprojektion
– Geopolitik: Vom Denken in Machträumen (N.N.)
– Neue Player - neue Konzepte? Renaissance der Geopolitik anhand des Schreckgespenst fernöstlicher Dominanz und indische Reaktionen (Andreas Seifert) Abendvortrag

18-20.30 Uhr Der besetzte Raum
– Einleitung: „Eroberte“ und „beherrschte“ Räume: Wie die militärische Besatzung den Raum verändert (IMI)
– „Leben unter Besatzung, Schaffung neuer politischer Räume“ (Weeda Ahmad, Ubaid Kabir, Hadi Marifat, Friba)

Sonntag: Konkrete Räume und Orte in Deutschland

9.30 – 11 Uhr Militärstandorte – zwischen Protest und guter Nachbarschaft?
– Der Drohnenkrieg im Fokus – neue Impulse für Widerstand gegen das AFRICOM (Thomas Mickan)
– Dt.-NL-Brigade in Münster: Vom aufkeimenden Widerstand gegen die NATO-Speerspitze (Bernd Drücke)

11.15-12.45 Uhr Waffenproduktion – zwischen Moral und Arbeitsplatz?
– „Imageproblem Panzer“: Kassel und der Protest gegen schweres Kriegsgerät (Michael Schulze von Glaßer)
– Fest verankert: Der schwierige Widerstand gegen Rüstungsproduktion rund um Friedrichshafen (Claudia Haydt)

13-14.30 Uhr Diskussion: Widerstand
Erfolgreicher Protest braucht mehr als Demonstrationen (Jacqueline Andres, u.a.)

Motto

Es gibt nur noch eine Sache, die du verstehen solltest.

Ich habe mich selbst das Nähen, das Kochen, das Klempnern
und das Schreinern gelehrt, ich kann mir sogar bei Bedarf
selbst auf die Schulter klopfen, nur damit ich niemanden um
etwas bitten muss.

Es gibt nichts, das ich von irgendjemandem brauche, außer
Liebe und Respekt, und wer mir diese beiden Sachen nicht
geben kann, hat keinen Platz in meinem Leben.”

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