Freitag, Oktober 24, 2014

AUFRUF: Solidarität mit Rojava. Wer wenn nicht wir? Wann wenn nicht jetzt?

Seit drei Jahren entsteht in den überwiegend kurdischen Gebieten Nordsyriens (?Rojava? genannt) ein politisches System demokratischer Selbstverwaltung. Die Bevölkerung organisiert sich in eigenen Versammlungen und Räten, um ihr Leben über z.B. ethnische und religiöse Unterschiede hinweg gemeinsam zu gestalten. Die Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie organisieren sich in allen Bereichen eigenständig und sind maßgeblich an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligt.

Geschützt wird diese demokratische Selbstverwaltung von den Selbstverteidigungskräften Rojavas, der YPG und den Fraueneinheiten der YPJ. Es waren diese Einheiten, die gemeinsam mit der PKK êzidische KurdInnen im September vor der menschenverachtenden Organisation Islamischer Staat (IS) aus dem Shengal-Gebirge gerettet haben. Die Demokratische Autonomie der Städte und Gemeinden Rojavas ist für viele Menschen im Nahen und Mittleren Osten zu einem Hoffnungsträger geworden. Sie beweist, dass ein friedliches Zusammenleben sowie eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft möglich sind. Genau diese fortschrittlichen Inhalte ziehen den Hass des IS auf sich. Angesichts des Terrors des IS sind die Menschen von Rojava bereit, ihr Leben für die gemeinsame Verteidigung einzusetzen.

Die Türkei versucht die demokratische Selbstverwaltung Rojavas zu beseitigen. Sie hat eine Blockade gegen die selbstverwalteten Gebiete errichtet, Solidaritätsaktionen in der Türkei blutig unterdrückt und die Aktivitäten des IS toleriert oder sogar unterstützt. Wie die Kämpfe um Kobanê zeigen, sind aber auch Deutschland, die EU und die NATO - unabhängig von ihrer Position zum IS - offensichtlich nicht gewillt, den Überlebenskampf in Rojava aktiv zu unterstützen. Stattdessen werden die kurdischen Organisationen nach wie vor kriminalisiert. Die Regierungen reden zwar von Hilfe, aber verfolgen
nur ihre eigenen geopolitischen Interessen.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass wir uns nicht auf die Staaten verlassen dürfen.

Es ist allerhöchste Zeit, nicht nur von der Solidarität mit den Menschen in Rojava zu reden, sondern sie auch in die Tat umzusetzen. Die Commune von Rojava muss erhalten bleiben ? dies ist nur mit der Selbstverteidigung möglich.

Mit unserer Unterschrift spenden wir für die Selbstverteidigungskräfte YPG/YPJ in Rojava und rufen alle auf, dies ebenfalls zu tun. Lasst die Menschen in Rojava nicht allein, zeigt eure Solidarität!

Wir unterstützen die demokratische Selbstverwaltung in Rojava, indem wir in der aktuellen Situation die Selbstverteidigungskräfte unterstützen.

Verband der Studierenden aus Kurdistan - YXK
Interventionistische Linke - iL

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UnterzeichnerInnen

Künstler_innen und Kulturschaffende:

Audiolith, Label
Feine Sahne Fischfilet, Band
Oliver Ressler, Künstler und Filmemacher, Wien
Markus Dorfmüller, Künstler und Fotograf, Hamburg
Ecco Meineke, Kabarettist und Musiker, München
Cetin Oraner, Künstler
Axel Kurth (WIZO), Musiker
HipHop-Kollektiv TickTickBoom (Algun, Ben Dana, Boogie Dan, Captain
Gips, Flox Schoch,
Johnny Mauser, Kai Kani, Kaos Kanji, Kobito, LeijiONE, Marie Curry,
Mister Mo, Phurioso, Pyro One, Rabenkind, Refpolk, Spezial-K, Spion Y,
Sookee)

Wissenschaftler_innen

Prof. Klaus Theweleit, Kulturtheoretiker, Autor und Schriftsteller,
Freiburg
Prof. Dr. Rahel Jaeggi (Institut für Philosophie der HU Berlin)
Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin, Präsidentin der Internationalen Liga
für Menschenrechte
Prof. Werner Ruf, Professor für internationales Recht,
Prof. Norman Paech, Völkerrechtler
Dietmar Dath
Dario Azzellini, Assist.-Prof., Johannes Kepler Universität Linz
Marina Sitrin, Visiting Scholar at CUNY Graduate Center, Center for
Place Culture and Politics, New York
Dr. Zülfukar Cetin
Dr. Serhat Karakayali, Berlin

Autor_innen/Journalist_innen

Karl-Heinz Roth, Historiker und Autor, Bremen
Murat Çakır, Autor und Publizist, Kassel
Edgar Auth, Journalis und dju-Mitglied, Frankfurt am Main
Joachim Legatis, Journalist u. Mitglied im Bundesvorstand der Deutschen
Journalistinnen und Journalistenunion (dju) in ver.di, Alsfeld
Koray Yilmaz Günay (Publizist und LGBT*-Aktivist)

Aktivist_innen und Zeitschriften

Werner Rätz, Attac Deutschland Kokreis, Bonn
Informationsstelle Lateinamerika (ila) e.V.
Verlag Edition Nautilus
Verlag Bertz + Fischer.

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Motto

Es gibt nur noch eine Sache, die du verstehen solltest.

Ich habe mich selbst das Nähen, das Kochen, das Klempnern
und das Schreinern gelehrt, ich kann mir sogar bei Bedarf
selbst auf die Schulter klopfen, nur damit ich niemanden um
etwas bitten muss.

Es gibt nichts, das ich von irgendjemandem brauche, außer
Liebe und Respekt, und wer mir diese beiden Sachen nicht
geben kann, hat keinen Platz in meinem Leben.”

Administration